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Moldau, nicht „Durdau“

19.08.2011

Musikkomödiant Armin Fischer in der Waggonhalle

MARBURG (hsc). „Lisztig vergriffen. Wow!“ heißt etwas merkwürdig das aktuelle Programm des musikalischen Komödianten Armin Fischer, das er jetzt in der voll besetzten Waggonhalle in Marburg vorstellte. Er ist ein Spezialist für anspruchsvolle musikalische Unterhaltung mit und ohne Tiefgang, kulturellen Anspruch und feine Ironie. Hinzu kommen eine stupende Musikalität und spontane Reaktionsfähigkeit, die nicht so leicht zu übertreffen sind. Insgesamt ergibt das einen zum Schießen komischen Abend. Immer.

Die knapp 200 Zuhörer in der Marburger Kulturhalle wussten zum Teil schon, was auf sie zukam, ein oder zwei Mal sogar haben sie Fischer bereits genossen. Auch viele Gießener waren dabei, wo er 2006 bei den Satirewochen gastierte.

Fischer ist ein Erzkomödiant und minutiöser Handwerker. Seine locker wirkenden Shows sind perfekt durchinszeniert, und vor allem beherrscht er den vollkommen ernsten Blick. Mit dem serviert er knochentrocken seine Kalauer oder simuliert tödlich gelangweilte Müdigkeit beim Abspielen abgenudelter Klassiker.

Außerdem ist seine Show eine wissenswerte Vorlesung über Leben, Werk und Zeit Franz Liszts, Jahrgang 1811, gespickt mit historischen Informationen wie kleinen Dokumentationsfetzen.

Musikalisch beherrscht er alle Tricks, ob das die Veräppelung durch Verschleppen oder ein plötzlich eingefügter infam denunziatorischer Walzertakt ist - das Publikum kichert praktisch durch. Riesenbeifall.